Energiesysteme der Zukunft – Ein Projekt der deutschen Wissenschaftsakademien

In interdisziplinären Arbeitsgruppen erarbeiten rund 100 Expertinnen und Experten Handlungsoptionen für den Weg zu einer umweltverträglichen, sicheren und bezahlbaren und Energieversorgung. Eva Lermer vom Risikolabor ist eine der Expertinnen in der  Arbeitsgruppe „Risiko und Resilienz“ unter der Leitung von Professor Dr. Ortwin Renn. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit potentiellen Risiken und künftigen Belastungen des Energiesystems. Dazu gehören Maßnahmen um beispielsweise Hackerangriffe auf das Energiesystem oder Rohstoffknappheiten und ihre Folgen in den Griff zu bekommen.

Die bisherigen Ergebnisse sind im Bericht „Energiesysteme resilient gestalten – Maßnahmen für eine gesicherte Versorgung“ einsehbar.

Riskante Management Entscheidungen

Elisabeth Schneider vom Risikolabor der LMU wird als Expertin in einem Artikel über „Falschen Ehrgeiz“ bei Managern im Handelsblatt zitiert: „Drohender Gesichtsverlust zum Beispiel sorgt in Berlin dafür, dass nicht zurückgerudert wird, sondern es bei der einmal verkündeten Entscheidung bleibt, weiterzubauen statt abzureißen – und mag sie noch so aberwitzig sein. Man will ja nicht derjenige sein, der das Geld zum Fenster rausgeworfen hat. Statt die Reißleine zu ziehen, investiert man lieber immer weiter.“

Wenn es brenzlig wird, entscheidet meist das Bauchgefühl

Bernhard Streicher war als Experte beim 1. Allgäuer Bergrettungstag in Immenstadt (Oberallgäu) eingeladen und diskutierte über den Faktor Mensch bei der Bergrettung.

Unter dem Motto „Auch die Helfer brauchen Hilfe“ wurden Vorschläge zu neuen Rettungsmethoden und Alternativen zu bisher bestehenden Methoden diskutiert. Zentrales Thema der Tagung war dabei auch das Risiko der Retter bei einem Einsatz. Professor Dr. Bernhard Streicher aus Hall (Tirol), einer der führenden Risikoforscher, diskutierte mit den Teilnehmern über den Umgang mit dem Risiko. Kann man es ausblenden, oder sollte man das Risiko bewusst in die Planung der Rettung einbinden? (Auszug aus dem Bericht von Allgäuhit vom 24.09.2016)

Menschen sind kaum in der Lage, Risiken rein rational und objektiv einzuschätzen. Vielmehr sind sie einer Reihe psychologischer Einflüsse ausgesetzt, die die Bewertung von Risiken systematisch verzerren können. Wichtig ist zu wissen, auf welchen Wegen das menschliche Entscheidungssystem zu seinen Urteilen kommt.

Ein Beitrag von Eric Eller, Bernhard Streicher und Eva Lermer im Risikomanager

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